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Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht am 09. November
Am 09. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen und Gebetshäuser angezündet, wurden jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, gab es zahlreiche Verhaftungen Unschuldiger und wurden mindestens 91 Menschen ermordet.
Die Nazis ließen ihrem Hass auf Juden - auch in Bochum - für alle sichtbar freien Lauf. Diese Nacht war das Signal zum größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.
Seit vielen Jahren wird mit einer Gedenkveranstaltung an die Opfer der Reichspogromnacht vom 09. November 1938 gedacht. Mit Hilfe der Gedenkveranstaltung soll dafür Sorge getragen werden, dass die traurigen Ereignisse im Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten und für die Zukunft mahnen.
An der Gedenkveranstaltung beteiligen sich regelmäßig junge Menschen, die sich mit der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Zeit in Bochum befassen. Die Gedenkveranstaltung hat sich zu einem wichtigen Baustein in der Bochumer Erinnerungskultur entwickelt.
Die Gedenkveranstaltung wird in Kooperation vom Arbeitskreis "09. November" und vom Kinder- und Jugendring organisiert und durchgeführt.
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Juden in der Goethestraße: Mathilde und Walter Kaminski
Die Bochumer Juden waren keine homogene Gruppe. Was sie einte, war ihr Selbstverständnis als Deutsche jüdischen Glaubens. Ansonsten fühlten sie sich der gesellschaftlichen Schicht zugehörig, die ihrem Beruf und ihrem Bildungsstand entsprach.
In diesem Jahr wollen wir der jüdischen Bewohner der Goethestraße gedenken. Hier wohnten vor allem Menschen, die der Bochumer Oberschicht
(Kaufleute und Akademiker) zuzuordnen sind.
Zu dieser Oberschicht zählte auch die Familie Kaminski. Mathilde Kaminski und ihr Sohn Walter führten eine renommierte Maßschneiderei
in der Viktoriastraße. In der Nacht des 9. November 1938 plünderten und verwüsteten Nationalsozialisten das Geschäft und die Wohnung von Walter
Kaminski, welche sich in der Goethestraße 14 befand. Walter floh noch in derselben Nacht aus Bochum und entging dadurch der Verhaftung und der
Deportation ins Konzentrationslager Sachsenhausen. 1939 emigrierte er mit seiner Familie in die USA. Seine Mutter musste das Geschäft an die
Stadt Bochum verkaufen. Ein ehemaliger Angestellter, Mitglied der NSDAP, übernahm daraufhin den Laden. Mathilde musste ihre Wohnung in der Viktoriastraße
räumen und zog vorübergehend zu den Schwiegereltern ihres Sohnes, später in das Judenhaus in der Goethestraße 9. Obwohl inzwischen fast mittellos,
gelang ihr im Januar 1941 mit Hilfe ihrer inzwischen in den USA lebenden Kinder noch die Ausreise.
SchülerInnen der Goethe-Schule erinnern an das jüdische Leben in der Goethestraße
Grußworte sprechen die Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Grigory Rabinovich.
Die Gedenkveranstaltung wird vom Evangelischen Jugendposaunenchor Bochum-Linden musikalisch begleitet.
Der Flyer zur Gedenkveranstaltung (7,8 MB) > hier klicken <
! Der Flyer zur Gedenkveranstaltung des Jahres 2009 kann als PDF runtergeladen werden (mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und "Ziel speichern").
Juden am Moltkemarkt
Die Bochumer Juden waren keine homogene Gruppe. Was sie einte, war ihr Selbstverständnis als Deutsche jüdischen Glaubens. Ansonsten fühlten sie sich der gesellschaftlichen Schicht zugehörig, die ihrem Beruf und ihrem Bildungsstand entsprach. Sie wohnten auch in den entsprechenden Stadtvierteln: Die Kaufleute wohnten in der Altstadt, da, wo alle Kaufleute lebten; entsprechend wohnten die jüdischen Akademiker im Viertel Bergstraße / Stadtpark, das jüdische Kleinbürgertum im Ehrenfeld, die sogenannten Ostjuden und die jüdischen Arbeiter bzw. Kleingewerbetreibenden am Moltkemarkt (dem heutigen Springerplatz). Im agrarisch geprägten Bochumer Süden, zum Beispiel in Stiepel, wohnten keine Juden. Die sozialen Kontakte wurden nicht vorrangig durch die Religion bestimmt, sondern durch die gesellschaftliche Stellung. So hatte die jüdische Oberschicht kaum Kontakte zu den am Moltkemarkt lebenden Glaubensgenossen, wohl aber zur nichtjüdischen Oberschicht am Stadtpark.
Die in der Gegend um den Moltkemarkt lebenden Juden standen bisher nicht im Zentrum des öffentlichen Interesses. An sie soll in diesem Jahr erinnert werden.
Christine Eiselen informiert zusammen mit Teilnehmenden eines Schulabschlusslehrgangs der VHS über das jüdische Leben am Moltkemarkt.
Grußworte sprechen die Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Grigory Rabinovich.
Die Gedenkveranstaltung wird vom Chor der IG Metall Bochum "Chorrosion" musikalisch begleitet.
Der Flyer zur Gedenkveranstaltung (3,1 MB): > hier klicken <
! Der Flyer zur Gedenkveranstaltung des Jahres 2009 kann als PDF runtergeladen werden (mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und "Ziel speichern").
Die Reichspogromnacht am 09. November 1938 führte der Weltöffentlichkeit drastisch vor Augen, dass Juden in Deutschland brutal verfolgt wurden. Die strengen Einreisebedingungen vieler Länder verhinderten jedoch, dass jüdische Familien Deutschland verlassen konnten.
Als Reaktion auf die Übergriffe in der Reichspogromnacht setzten Menschenrechtsorganisationen die Einreisemöglichkeit von 10.000 jüdischen Kindern und Jugendlichen nach Großbritannien durch.
Die Eltern der jüdischen Kinder waren gezwungen, in einer verzweifelten Situation eine unmenschliche Entscheidung zu treffen. Gemeinsam als Familie konnten sie Deutschland nicht verlassen, hatten aber vielleicht die Chance das Überleben ihrer Kinder zu sichern. Die Kinder konnten die Umstände ihrer Deportation nicht verstehen und fühlten sich von ihren Familien verstoßen. Sie wurden in ein unbekanntes Land geschickt, dessen Sprache sie nicht beherrschten. Die meisten deportierten Kinder haben ihre Eltern nie wieder getroffen.
In Großbritannien sollten die Kinder und Jugendlichen von Pflegefamilien aufgenommen werden. Ältere Jungen ab 12 Jahren hatten jedoch kaum eine Chance auf eine Vermittlung in eine Pflegefamilie und wurden in Heimen untergebracht.
Kinder aus Bochum sind 1940 über Ijmuiden (Niederlande) nach England verschifft worden. Horst Walter Adler, Bodo Salomons und Werner Davids sind anschließend in einem Waisenhaus in Manchester untergekommen.
Dr. Hubert Schneider informiert zusammen mit SchülerInnen der Hermann-Gmeiner-Schule über das Schicksal der Familie Adler, mit SchülerInnen der Matthias-Claudius-Schule über das Schicksal der Familie Salomons und mit Jugendlichen der Melanchtongemeinde über das Schicksal der Familie Davids.
Grußworte sprechen die Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Grigory Rabinovich.
Die Gedenkveranstaltung wird vom FaGot-Chor musikalisch begleitet.
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